Hallo Salvador,
hört sich ja so an, als hättest Du den absoluten Glücksgriff getätigt.
Also rein optisch würden die mir jetzt persönlich nicht gefallen.
Was machst Du jetzt mit Deinen 804?
Viel Spaß mit den neuen Errungenschaften.
Gruß, Tom
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18.05.2012, 11:47 #1
Hörerfahrung AGM 3.3S Aktivboxen zu Hause
Hallo zusammen,
ich möchte hiermit auf einen neuen Aktivboxenhersteller aufmerksam machen,
und zwar AGM.
Es handelt sich um eine kleine Zweimannfirma, die vollaktive und sensorgeregelte Lautsprecher vom kompakten Dreiwegemonitor bis hin zu großen Vierwegestandlautsprechern mit sieben Chassis herstellt. Das besondere an den Lautsprechern ist, dass sie neben einer geschlossenen Bauweise bei sensorgerelgeltem Bass (untere Grenzfrequenz laut Hersteller: 16 Hz bei -3dB) ausserdem eine Sensorregelung des unteren Mitteltonbereichs so wie eine Stromregelung des oberen Mitteltonbereichs und des Hochtonbereichs bieten. Als Hochtöner dient ein AMT. Die Entwickler und Erbauer der Lautsprecher sind Herr Dr. Gert Volk aus Stuttgart, einigen hier auch bekannt durch seine Sonos- und Linn DS-Modifikationen, und Herr Michael Rogocz aus Lüdenscheid, der sich mit Herrn Volk auch der liebevollen Aufarbeitung und Verbesserung alter B&M-Lautsprecher widmet. Die AGMs bieten zudem einen Digitaleingang mit exzellentem DAC.
Der Link zu AGM:
AGM
Hier:
aktives-hoeren.de • Thema anzeigen - AGM
finden sich detaillierte Informationen zu den einzelnen Modellen, deren Preise und auch Threads zu den einzelnen Modellen im Aktives-Hören-Forum. Die Lautsprecher sind entweder über die Hersteller in Deutschland direkt erhältlich oder aber es gibt mittlerweile auch zwei Händler in Deutschland, in Bonn und Zweibrücken, die LS von AGM in der Vorführung haben. Die Garantiezeit beträgt 5 Jahre.
Ich selbst durfte mich so glücklich schätzen, die AGM 3.3S in meine eigenen Räumlichkeiten hören zu können, weil Herr Rogocz extra aus Lüdenscheid zu mir gefahren ist, um sie mir vorzuführen. Vielen Dank nochmal dafür!
Bei den LS handelte es sich um exakt das Pärchen, das auch in dem folgenden Thread in sehr schönen Fotos zu bewundern ist:
aktives-hoeren.de • Thema anzeigen - AGM 3.3S = AGM 3.3 als Standlautsprecher
Nun zu meinen eigenen Erfahrungen. Die LS standen in einem gleichseitigen Stereodreieck von ca. 2,80 auseinander und hatten von der Vorderfront der LS einen Abstand zur Rückwand von ca. 1,10 m, der Hörraum ist mittelgradig bedämpft und ca. 30m2 groß.
Die Lautsprecher wurden direkt per analogem XLR-Ausgang durch meinen G-Akurate DS/0 betrieben, ohne die verwendung der Digitaleingänge der Lautsprecher.
Zum Klang:
Die Lautsprecher besitzen eine ausgezeichnete Ortbarkeit, gleichzeitig aber einen sehr breiten SweetSpot. Man kann sich in einem sehr breiten Fenster parallel zum Hörplatz bewegen und hat doch immer eine wie festgenagelte Ortbarkeit. Bemerkenswert.
Die AGM3.3S sind zudem sehr räumlich, insbesondere in der Tiefe der Bühne, die wirklich sehr tief reicht. Die Breite ist dagegen sagen wir mal einfach „nur“ sehr gut, aber keineswegs eng.
Der Bass erscheint in tieferen Lagen zunächst manchmal etwas dünn, dies ist aber der Sensorregelung zuzurechnen, denn in Wirklichkeit ist der Bass nur einfach nicht schwammig aufgedickt, sondern präzise und nuanciert. Die LS haben bei mir hervorragend auch ohne Raumkorrektur funktioniert, wohingegen mit meinen derzeitigen Bassreflexboxen ein Hören ohne schlicht gar nicht möglich ist. Im Mittel- und Oberbass kommt ein richtig knackiges Bassfundament mit Punch, wirklich gut, und das bei gerade mal einem 20er.
Die Höhenwiedergabe ist angenehm seidig, und ganz besonders Stimmen werden sehr schön wiedergegeben, nuanciert, cremig, „mit zartem Schmelz“, wie andere schrieben, sehr, sehr angenehm jedenfalls und gut anzuhören.
Der Klang der Lautsprecher zeichnet sich weiterhin durch drei Charakteristika besonders aus. Eine große Klarheit, nicht zu verwechseln mit Helligkeit, und eine sehr druckvolle Wiedergabe in allen Bereichen, die sich nicht nur auf laute, sondern auch leise Signale bezieht und damit zu einer sehr guten Verständlichkeit führt, andererseits einfach auch Spass macht zuzuhören, ein echter Spasslautsprecher im besten Sinne, der viel Freude bereitet. Denn er ist immens spielfreudig und spritzig.
Besonders wichtig ist auch noch, dass man sich mit den AGMs auch mittelmäßige Musik prima anhören kann, wobei eben bei besseren Aufnahmen diese auch entsprechend besser klingen.
Nun gibt es ja leider den perfekten LS nicht, und ein kleines Manko habe ich dann doch feststellen müssen für mich, und das wäre die Wiedergabe von allerkleinsten Mikrodetails, die ich bei meinen eigenen Lautsprechern mit B&W-Diamanthochtöner noch feiner verästelt und ausklingend wahrnehmen konnte. In den Bereichen Basswiedergabe, Ortbarkeit, Spielfreude/Spritzigkeit /Druck und Sweet Spot gewinnt er klar gegen meine LS, bei Klarheit und Räumlichkeit herrscht ungefähr ein Patt.
Da es mir in nächster Zeit eher unwahrscheinlich erscheint, dass LS aus einer so kleinen Firma es in die großen Testzeitschriften schaffen werden, hier meine rein subjektive Einschätzung anhand der bewährten Bewertungsschemata, dies bitte mit Vorbehalt, es soll nur eine Orientierungshelfe sein:
SP: 14 13 10 12 14 = 63 Punkte
Audio: 105 100 105 110 105 85 90 100 = 101 Punkte
Für den aufgerufenen Preis also ein sehr gutes Preis/Leistungsverhätnis und quasi eine Aktivbox in der Liga einer ATC 50 aktiv, die AGM 3.3S gefällt mir aber besser.
Ich kann sie jedem, der die oben beschriebenen Eigenschaften attraktiv findet, rundum nur empfehlen!
Beste Grüße
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18.05.2012, 12:40 #2
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18.05.2012, 13:25 #3
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18.05.2012, 15:24 #4
Schöner Bericht
Hallo Salvador,
mal sehen, ob Du die AGM tatsächlich vergessen kannst....
Ich hatte bisher noch nicht das Vergnügen, hole das aber bei Gelegenheit nach.
Grüße
Thomas K.
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18.05.2012, 16:05 #5
Hallo Thomas K.,
nein, zum vergessen sind die ganz bestimmt nicht, eher im Gegenteil!
Sie haben mir auch besser gefallen als die Manger Msmc1, die Dir so gut gefallen, einfach weil sie die beschriebenen Fähigkeiten bei jeder Art von Musikmaterial bieten und nicht nur bei den allerbesten Aufnahmen, wo die Manger allerdings auch wirklich überragend sind.
Worauf ich mich freue, ist vielleicht ja noch irgendwann in diesem Jahr einmal die AGM 5.4 hören zu können!
Die dürfte durch ihre d'Appolitobestückung und zwei Bässe je LS nochmal geschlossener spielen.
Beste Grüße
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18.05.2012, 17:28 #6
Interessant
Hallo Salvador,
ich habe die Manger bisher auch nur in der Vorführung kennengelernt, und nicht bei mir zu Hause.
Allerdings lief da auch nicht audiophiles Zeug, ich erinnere mich an Joe Cocker, "Talking Back To The Night".
Gefiel mir ausgezeichnet, wenn die AGM das toppt, alle Achtung.
Grüße
Thomas
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18.05.2012, 21:45 #7
Ich habe schon mehrere dieser AGM Lautsprecher hören können. Für mich zählen sie zu den besten überhaupt. Die Vorteile der Sensorregelung ist wie bei Lautsprechern von Silbersand für mich unüberhörbar. Die klanglichen Eindrücke von Salvador kann ich auch so bestätigen. Impulsverarbeitung sensationell gut, daraus resultiert ein direktes, anspringendes, dreidimensionales Klangbild mit überragender Präzison in allen Frequenzbereichen. Die Basswiedergabe ist sehr konturiert und knackig. Der Lautsprecher kommt ohne Eigenklang daher, das Klangbild löst sich fein ab von den Boxen, es klingt gar nicht "boxy".
Also auch von meiner Seite aus eine unbedingte Empfehlung. Gar ein kleiner Geheimtipp, meine ich.
Gruß
Franz
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19.05.2012, 11:49 #8
"toppen"
Grüß Dich Thomas,
naja, mit dem "toppen" ist das so eine Sache. Ab einem hohen Niveau hat jeder Lautsprecher seine Vor-und Nachteile, weil es den perfekten LS ja wohl nicht gibt. Blöd nur, wenn man ihn sucht, aber das ist eine andere Sache....
Zu den Manger, die ich ebenfalls kürzlich für einige Tage bei mir zu Hause gehört habe:
Meine eigenen Boxen sind in den Höhen seidiger, bilden breiter ab, sind räumlicher, Frauenstimmen klingen schöner. Überhaupt klingen auch mittelmäßige Aufnahmen schon wirklich gut. Das klanglich erreichbare Maximum ist allerdings schlechter als bei den Manger, der Bass ist durch die Bassreflexankopplung am Raum bei meinen B&W wummriger und schlechter, die Ortbarkeit ist schlechter und, gemessen an der erreichbaren Klarheit der Manger, sind sie, negativ ausgedrückt, belegter, positiv ausgedrückt, weicher, sanfter.
Die Manger dagegen sind sehr gut in der Ortbarkeit, haben einen hohen Detailreichtum, einen besseren Bass, sind schnell, klar und haben bei natürlichen Geräuschen wie akustischen Instrumenten eine überragende Natürlichkeit. Bei sehr guten Aufnahmen klingen sie ganz hervorragend.
Allerdings wirkt ihr Klang doch manchmal etwas "entschlackt" und bei mittelmäßigen Aufnahmen klingen sie auch nur mäßig, bei normaler Musik sogar ganz fürchterlich.
Und das ist letztlich das KO-Kriterium für mich. Nur um einen überragenden Lautsprecher betreiben zu können, kann und werde ich mich nicht emotional von großen Teilen meiner Musiksammlung trennen. Das geht nicht. Dann mache ich lieber im Maximum des erreichbaren ein paar Abstriche, höre aber den Rest dann in guter bis sehr guter Qualität.
Ich denke, als professionelles Werkzeug sind die Manger unglaublich gut, mit überragenden Aufnahmen schlicht überwältigend. Man kann eben genau hören, wie eine Aufnahme ist und als Werkzeug sind die dann super. Für den Heimgebrauch bevorzuge ich dann aber lieber LS, die aus dem Gegebenen das Bestmögliche gerade dann herausholen, wenn es recht mies ist.
Ich kann aber Leute absolut verstehen, für die nichts über die Manger geht.
Interessant sind noch zwei Dinge, nämlich die erreichbare Lautstärke langt für mich jedenfalls vollkommen aus, ich habe nie den Limiter aufleuchten gesehen. Zweitens klingen sie mit aufgesetztem LF-Modul, das ja die Schallwand nach oben verlängert, nochmal deutlich besser OHNE dass es angeschlossen ist! Einfach durch die Schallwandverlängerung nach oben. Daher kann ich mir schon gut vorstellen, dass die MSMs1 besser klingt.
Die AGM wiederum toppen die Manger nicht einfach so. Wie auch, sind ja beides Spitzenlautsprecher. Die Natürlichkeit und der Detailreichtum der Manger sind unerreicht. Klarheit, Ortbarkeit und Bass sind ähnlich, bei den AGM in den tieferen Lagen vielleicht dünner, dafür aber differenzierter, in Mittel- und Oberbass in etwa gleich. Die AGM gewinnt bei Impulsfreudigkeit und Druck, Tiefe des Raums, breitem Sweet Spot und der Wiedergabe auch mittelmäßiger Musik. Insgesamt ein sehr rundes Paket, aber Einzeldisziplinen mögen andere noch besser können. Trotzdem wirklich klasse und ich würde die AGM gegenüber den Mangern bevorzugen, sie kosten aber auch einen Tacken mehr. Aber hässlich sind sie wirklich nicht.



Beste Grüße
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19.05.2012, 12:43 #9
Das kommt mir bekannt vor und läuft letztendlich auf eine Grundsatzentscheidung hinaus.
"Normale Musik" klingt teilweise fürchterlich, weil auch Aufnahmequalität und Mastering fürchterlich sind. Das Problem eigentlich aller sehr guter und hochauflösender Lautsprecher ist, dass sie das dann auch genau so wiedergeben, wie es auf der Aufnahme ist.
Beides nämlich die hervorragende Wiedergabe sehr guter Aufnahmen und eine gefällige Wiedergabe sehr schlechter Aufnahmen wirst Du schwerlich unter einen Hut bringen können.
Ich habe für mich dann entschieden, dass mir die optimale Wiedergabe guten Quellmaterials wichtiger ist. Schlechte Aufnahmen werden über die günstige Zweitanlage oder das Küchenradio abgespielt. Manchmal hilft es auch einfach nur mit sehr moderater Lautstärke zu hören, dann fallen die Defizite nicht so stark auf.Viele Grüße
Sven
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19.05.2012, 13:46 #10Erfahrener Benutzer
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- Beiträge
- 435
Hallo Salvador,
wenn ich Deine Beschreibung der Klangcharakteristik Deiner Bowers & Wilkins lese, erinnert mich viel davon an die Zeit, als ich den Vorgänger davon in meiner Anlage betrieben hatte.
Wenn man dann noch auf den Bildern sieht, wie Deine Bowers & Wilkins stehen, dann möchte man Dir unbedingt raten, so ziemlich alle Möglichkeiten auszuprobieren, wie man diesen Lautsprecher anders an den Fußboden ankoppeln/entkoppeln kann! Da ist mit Sicherheit noch viel bezüglich Basspräzision machbar.
Freundliche Grüße,
never
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